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Wohnungsmangel verständlich machen: Ein gesellschaftlich relevantes Thema ohne klare Stimme

Manche gesellschaftlichen Debatten sind in der breiten Öffentlichkeit präsent – und trotzdem nicht wirklich verstanden. Der Wohnungsmangel in deutschen Großstädten ist so ein Thema: Die Symptome kennt jeder, die strukturellen Ursachen kaum jemand. Genau diese Lücke hat die Initiative „#JedeWohnungzählt“ identifiziert – und uns beauftragt, sie mit einem Erklärvideo zu schließen.

Die Wohnungsfrage ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit. In Städten wie Hamburg, Berlin oder München fehlen zehntausende Wohnungen. Neubau stockt, Baukosten explodieren, Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung dreht sich die Diskussion fast ausschließlich um Miethöhen – nicht um die strukturellen Ursachen des Problems.

Die Initiative „#JedeWohnungzählt“ – getragen vom BFW Landesverband Nord und einem breiten Bündnis norddeutscher Wohnungswirtschaftsverbände – hat sich zum Ziel gesetzt, genau das zu ändern: Mehr Aufmerksamkeit, mehr sachliche Information, mehr gesellschaftliche Akzeptanz für dringend benötigte Wohnungsbauprojekte.

Der Auftrag an uns lautete: Erkläre das in zwei Minuten. Für alle. Ohne Fachwissen vorauszusetzen.

Die Kampagne: Aufklärung als strategisches Kommunikationsinstrument

„#JedeWohnungzählt“ ist keine klassische Lobbykampagne. Sie verzichtet auf Forderungskataloge und politische Appelle – und setzt stattdessen auf Aufklärung. Die Botschaft: Wer versteht, warum zu wenig gebaut wird, wird zum informierteren Gesprächspartner in einer Debatte, die uns alle betrifft.

Das Erklärvideo adressiert in zwei klar strukturierten Akten zunächst die strukturellen Ursachen des Neubaudefizits – gestiegene Materialkosten, komplexe Regulierung, explodierte Grundstückspreise – und zeigt dann, wen das trifft: Berufseinsteiger, Pflegekräfte, Erzieher, Handwerker.

Unsere Herangehensweise: Drei Prinzipien

1. Problemursachen vor Forderungen

Die Entscheidung, das Video nicht mit politischen Botschaften zu füllen, war eine bewusste inhaltliche Weichenstellung. Stattdessen erklärt der Sprechertext zunächst Mechanismen – warum Neubau nicht mehr rentabel ist, warum Bürokratie Projekte verteuert, warum Grundstückspreise bezahlbaren Wohnraum strukturell verhindern. Diese Haltung erhöht die Glaubwürdigkeit erheblich: Das Video wirbt nicht, es erklärt.

2. Betroffenheit vor Statistik

Statt abstrakter Wohnungsdefizite zeigt das Video konkrete Gesichter: Pflegekräfte, die keine Wohnung finden. Handwerker, die wegziehen. Das ist keine Emotionalisierung – es ist kommunikative Präzision. Menschen reagieren auf Menschen, nicht auf Prozentpunkte.

3. Zwei Minuten als Disziplin

Das Drehbuch umfasst rund 1.570 Zeichen ohne Leerzeichen – ca. zwei Minuten Sprecherzeit. Jeder Satz musste seinen Platz verdienen. Das Ergebnis ist ein Text, der keine Redundanzen kennt und dennoch vollständig argumentiert.

Ergebnisse: Mehrere Kanäle, echte Reichweite

Das fertige Erklärvideo macht ein komplexes Strukturproblem für eine breite Öffentlichkeit verständlich – ohne zu vereinfachen, ohne zu polarisieren. Das Video wurde auf unseren Kanälen veröffentlicht und ist dort abrufbar:

Zur Kampagnenseite geht es hier: jedewohnungzaehlt.de

Was Sie aus diesem Use-Case mitnehmen sollten: Komplexität ist kein Kommunikationsproblem – fehlende Reduktion ist es. Fast jedes gesellschaftlich relevante Thema lässt sich in zwei Minuten verständlich erklären, wenn man bereit ist, konsequent zu priorisieren.

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